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Die Aufgabenstellung

Zahlen und Fakten

Absturzstelle:Lindsberg, Gemeinde Nikolsdorf
Art des Fahrzeuges:MAN TGA 28.480 6X4.4BL mit Holzkran und Anhänger
Alter des Fahrzeuges zum Unfallszeitpunkt:3 Monate
Länge der Absturzstelle:ca. 90 m steiles Gelände, ca. 10 m Felswand
Gesamte Bergezeit:37 Tage
Eingesetzte Winden:11,5-Tonnen-Frontwinde, 15-Tonnen-Heckwinde
Erzielter Restwert des Fahrzeuges:ca. 20.000,- Euro

Besonderheiten der Aufgabe

Der voll beladene Holztransporter stürzte von einem abrutschenden Forstweg im alpinen Bereich über sehr steiles Gelände talwärts. Sich mehrfach überschlagend donnerte der Transporter nach ca. 90 Metern noch über eine ca. 10 Meter hohe senkrechte Felswand hinab, bis er schließlich in einem Gebirgsbach zum Liegen kam.

Die große Herausforderung bei der Bergung war der bestmögliche Erhalt des Restwertes, da die Fahrzeugkombination zum Zeitpunkt des Absturzes erst 3 Monate alt war. Es galt u. a. besonders schwierige Bedingungen zu überwinden. Z. B. war der an der Unfallstelle fast zur Hälfte abgerutschte Güterweg, welcher sich im Hochgebirge befindet und nur über eine sehr schmale Bergstraße erreichbar ist, gesperrt.

Dadurch war die Unfallstelle längerfristig unpassierbar. Der Einsatz eines großen Autokrans war aufgrund der schmalen Bergstraße nicht möglich. Ebenso war die angedachte Zerlegung des Transporters vor Ort sowie die Bergung der Einzelteile mittels Hubschrauber kostenmäßig nicht abschätzbar. Zudem war ein längerfristiges Arbeiten am Fahrzeug durch massiv anhaltenden Steinschlag und der potenziellen Gefahr eines Murenabgangs nicht möglich. Die gegebenen Umstände setzten neben der Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes auch ausreichend alpine Erfahrung der Einsatzkräfte sowie ein Vielfaches an sonst für LKW-Bergungen nötigem Einsatzmaterial voraus. Eine sehr gute physische und psychische Belastbarkeit der Bergungsspezialisten war ebenfalls dringend notwendig.

Die Bergungsarbeiten dauerten insgesamt (von der detaillierten Planung bis zur abschließend erstellten Abrechnung und Dokumentation) 37 Tage, wobei es zwischendurch phasenweise zu Verzögerungen durch den Neubau des Forstweges kam. Es wurde mit dem Freilegen der Fahrzeugkombination (ein Mikadospiel mit Bäumen) und der Trennung des Anhängers vom Zugfahrzeug begonnen. Anschließend erfolgte die Demontage des Holzkranes vom LKW sowie dessen separater Bergung über die Absturzschneise. Die Bergung des Anhängers erfolgte über eine eigens ausgeschnittene Waldschneise, welche jedoch vorerst ein entgegengesetztes Bergen (talauswärts) voraussetzte. Anschließend wurde der Anhänger in direktem Zug per 11,5-Tonnen-Frontwinde geborgen. Im letzten Schritt wurde der LKW nach der sorgfältigen Schadstoffentfrachtung sowie der Demontage des Fahrerhauses ebenfalls unter der Felswand aus dem Gebirgsbach heraus talabwärts gearbeitet, um ihn dann über die bereits erwähnte Waldschneise mittels 15-Tonnen-Heckwinde auf den Forstweg hinauf zu ziehen. Die Seildistanz für die 15-Tonnen-Winde war mit den für den Seilweg notwendigen Umlenkungen ca. 200 m lang. Aufgrund fehlender Ankermöglichkeiten konnte die Winde im ersten Abschnitt nur unterstützend zum Einsatz gebracht werden. Zeitweise gingen die Bergungsarbeiten aufgrund des schwierigen Geländes nur Zentimeter für Zentimeter voran.

Die Arbeiten fanden unter der Aufsicht von einem durch die Versicherung und einem von der Staatsanwaltschaft beauftragten Sachverständigen statt. Im Anschluss an die Bergung wurde das Fahrzeug mittels Spezialtiefladers in die Verwahrungsstelle der Firma Althaler gebracht. Die Arbeiten verliefen ohne nennenswerte Zwischenfälle. Der erhoffte Restwert von ca. EUR 20.000,- konnte annähernd erreicht werden.

Als Verantwortlicher dieser LKW-Bergung möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bei allen jenen herzlich bedanken, welche ihren Beitrag zum guten Gelingen geleistet haben!

GF der Althaler Gesellschaft m.b.H
Althaler Christof weitere Bilder »